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Familienfreundlichkeit hat in Großstädten, Klein- und mittelgroßen Städten, aber auch in den ländlich geprägten Gemeinden Konjunktur. Insbesondere in kleineren Kommunen sind das Engagement und die Kreativität der Bürger gefragt, wenn es um die familienfreundliche Gestaltung der eigenen Ortschaft geht. Die gemeinsame Arbeit in Lokalen Bündnissen für Familie bietet attraktive Möglichkeiten der Zusammenarbeit, die in immer mehr Gemeinden Deutschlands aufgegriffen werden. Drei Beispiele:
In der Gemeinde Bergtheim in Bayern versammeln sich Vertreterinnen und Vertreter der örtlichen Vereine, des Gemeinderates, des Gewerbeverbandes der Gemeinde und der Senioren- und Elternbeiräte regelmäßig an einem „Kommunalen Familientisch". Bergtheim ist landwirtschaftlich geprägt und zählt rund 3.400 Einwohner. Das Bündnis trifft sich seit seiner Gründung Anfang 2003 regelmäßig, um Familienfreundlichkeit praxisorientiert umzusetzen. So hat der Arbeitskreis „Sichere Schul- und Kindergartenwege" in der Gemeinde Hinweisschilder und Straßenmarkierungen angebracht, die dem Schutz von Kindern vor Unfällen dienen. Bei der Einrichtung des dritten offenen Jugendtreffs zeigte sich die gemeinsame Initiative und Verantwortung, die den „Kommunalen Familientisch" ausmacht: Die Kirchengemeinde hat die Räume zur Verfügung gestellt; die Gemeinde und Vereine steuern finanzielle Mittel bei. Nun will das Bündnis eine Radwanderkarte für Familien erarbeiten. Um sich und ihre Angebote bekannt zu machen, stellen sich Initiativen und Vereine mit familienrelevanten Inhalten in der Dorfzeitung vor.
Rund 5.300 Einwohnerinnen und Einwohner leben derzeit in der Gemeinde Wiesenburg in der Region Fläming (Potsdam/Mark) im Bundesland Brandenburg. Der Fremdenverkehr ist eine der Haupteinnahmequellen Wiesenburgs. Das Bündnis hat einen Arbeitsschwerpunkt auch auf diesen Bereich gelegt und möchte durch die starke Einbindung der örtlichen Vereine und eine stundenweise Gastkind-Betreuung seinen Ruf als familienfreundlicher Urlaubsort ausbauen. Mit der Gründung des Lokalen Bündnisses für Familie „Familien stärken - Zukunft gestalten" hat die Gemeinde ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der Familie in ihrer Region gesetzt. Die Gründungsmitglieder sind örtliche Akteure der Gemeinde, aus der Wirtschaft und Vereinen. Sie überarbeiten derzeit die Konzepte der Kindertagesstätten, um sie in den Ortsteilen als soziokulturelle Zentren und Kommunikationszentren für Eltern zu entwickeln und so die Potenziale für Familien noch stärker nutzbar zu machen. So konnte im Jahr 2004 eine mobile Elternschule nach Wiesenburg geholt werden. Um dem langfristig drohenden Mangel an Facharbeitern/-innen vorzubeugen, engagiert sich auch das lokale Unternehmen Fläming Quellen GmbH dafür, stärker Jugendliche in den Blick zu nehmen und ihnen attraktive Lebensräume zu erschließen.
„Mit einfachen Mitteln viel erreichen" ist das erfolgreiche Konzept des Lokalen Bündnisses für Familie „Forum Familie" in der Stadt Lichtenau in Ostwestfalen. Mit ihren 11.000 Einwohnern verfügt Lichtenau nicht etwa über ungewöhnlich große Finanzmittel. Trotzdem leistet die Stadt Außergewöhnliches in Sachen Familien-, Kinder- und Jugendarbeit. Ein Grund dafür: In Lichtenau wird bürgerschaftliches Engagement groß geschrieben. Im „Forum Familie" haben sich im Mai 2004 die Stadt, Familienverbände, alle Kirchengemeinden und andere Partner zusammengeschlossen. Sie wollen die Erziehungskompetenz der Eltern stärken, die Angebote der Kindergärten verbessern, den Schulweg sicherer machen und Vieles mehr. In Lichtenau gibt es für Eltern mit Kindern bis zu zwei Jahren die so genannte „Windeltonne": eine größere Mülltonne ohne zusätzliche Gebühren, die jungen Eltern hilft Entsorgungskosten zu sparen. Die acht Kindergärten der Kommune orientieren sich an einem Leitbild und arbeiten eng zusammen. Betreuung, Erziehung und Elternberatung gehen Hand in Hand. Zwei Freibäder wurden zu Freizeitstätten umgebaut und zehn ehrenamtlich getragene Jugendfreizeitstätten tragen zum Freizeitangebot bei. Die Stadt steuerte für eine Jugendfreizeitstätte – eine alte Dorfschule – neue Fenster und eine neue Heizung bei. Alles andere bauten die Bürgerinnen und Bürger in Eigenarbeit: So wirkungsvoll kann Bündnisarbeit sein.
Informationen über die Initiative und viele weitere Bündnisportraits finden Sie unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de
Quelle: Servicebüro Lokale Bündnisse für Familie |