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Claus Haase: "Familienzentren sind Mogelpackung"
(12. Januar 2006) Wenig erbaut zeigen sich die jugendpolitischen Fachleute der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in NRW (SGK NRW) von den Ankündigungen der NRW-Landesregierung zur Einrichtung sogenannter „Familienzentren“. „Hier wird der Eindruck erweckt, man habe etwas völlig Neues erfunden. Tatsächlich verkaufe man nur alten Wein in neuen Schläuchen.“, kommentiert Claus Haase, stellvertretender Vorsitzender der SGK NRW und Leiter der zuständigen Arbeitsgruppe.
Die Vernetzung der Arbeit von Kindertagesstätten mit anderen Institutionen der Familienberatung sei schon heute vielfach der Standard. Mit den bislang bekannt gewordenen Fakten zum Landeshaushalt 2006 lege aber dieselbe Landesregierung die Axt an diese Strukturen, die von massiven Kürzungen ihrer Mittel bedroht seien. „Was soll eine Vernetzung, wenn es mangels Landeszuschüssen keine Erziehungs- und Familienberatungsstellen mehr gibt?“ fragt Haase. Den Erzieherinnen in den Tagesstätten würde immer mehr abverlangt, gleichzeitig aber deren Arbeit durch die mit den Eckdaten zum Landeshaushalt angekündigten massiven Kürzungen bei der Tagesstättenfinanzierung unerträglich erschwert. Haase: „Wer 116 Mio. Euro bei der Tagesstättenfinanzierung kürzt und sich für 2,5 Mio. Euro für die „Familienzentren“ feiern lassen will, sollte sich schämen, das „Jahr der Kinder“ auszurufen. Das ist Heuchelei!“
Eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Arbeit der Tagesstätten setze voraus, dass man diese nicht Existenznöten aussetze. Hier bedürfe es einer klaren und auskömmlichen dauerhaften Finanzierung der Arbeit und nicht nur einer wissenschaftlichen Begleitung und einiger Fortbildungsangebote. „Bei vielen freien Trägern und den Kirchen stößt das Vorgehen der Landesregierung auf deutliche Kritik“, berichtet der Geschäftsführer der SGK NRW, Bernhard Daldrup, aus ersten Gesprächen. Die sozialdemokratischen Kommunalpolitiker hoffen, dass die Landesregierung Gesprächsbereitschaft für eine wirklich tragfähige Weiterentwicklung des gesamten Betreuungs- und Unterstützungsangebots für Kinder zeigt und haben den beteiligten Ministerien hierzu ihre Mitarbeit angeboten. Bernhard Daldrup: „Wer für Kinder und Familien das Beste will, braucht den breiten Konsens mit den Trägern der Einrichtungen und den Kommunen.“
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