Vorwort:
Landauf, landab wird über den Stauraum Straße geklagt. Und es ist nach allen vorliegenden Prognosen nicht zu erwarten, daß die Nachfrage nach Verkehrsleistungen bzw. der Wunsch nach räumlicher Mobilität nachlassen werden. Diese Entwicklung hätte nachhaltige Verkehrsund Umweltbelastungen zur Folge, die über das ökologisch vertretbare und infrastrukturell machbare Maß hinausgehen.
Ungehemmte Mobilität kann und darf nicht das Ziel der Verkehrspolitik sein. Vielmehr ist anzustreben, durch verursachergerechte sowie intelligente Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Marktkräfte - um Wettbewerb zu erhalten und zu fördern - die für den Erhalt der Umwelt und die Förderung der regionalen und überregionalen Wirtschaft notwendige Mobilität zu sichern. Rechtliche Auflagen und Beschränkungen allein führen nicht zum Ziel.
Da kein Verkehrsträger allein einerseits die zu erwartenden Steigerungen des Verkehrsaufkommens bewältigen kann und andererseits notwendige Mobilität nur durch ein Mixtum unterschiedlicher Verkehrsträger gesichert werden kann, sollte die Optimierung der Beförderungsbzw. Transportabläufe in den Mittelpunkt der verkehrspolitischen Maßnahmen rücken. Verkehrsvernetzung und Verkehrsmanagement sind nicht nur neue Schlagwörter der aktuellen Diskussion, sondern wichtige Elemente einer nachhaltigen Verkehrspolitik.
Mit dem vorliegenden Band in der Reihe „Argumente" will die SGK NW Hinweise und Anregungen für die Neuausrichtung der Verkehrspolitik auf allen Ebenen - Bund, Land und Kommunen - geben und zugleich an praktischen Beispielen aufzeigen, welchen Beitrag die Kommunalpolitik zur Bewältigung der Verkehrsprobleme leisten kann.
Düsseldorf, im Mai 1998
Detlef Raphael
Stellvertretender Landesgeschäftsführer der SGK Nordrhein-Westfalen
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