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Hochkarätig besetzt war das Podium einer Fachkonferenz für kommunale Mandatsträger zum Thema „Wege zu einer modernen und nachhaltigen Energiepolitik“ in den Räumlichkeiten der Stadtwerke Raststatt.

SGK-Vorsitzender Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim verdeutlichte zu Beginn der Tagung, dass die kommunalen Energieversorger einen schweren Stand im Energiesektor haben und hinterfragte die bisherigen sogenannten Liberalisierungsschritte, die dazu geführt haben, dass  gegenwärtig nahezu der gesamte Markt von vier großen Anbietern beherrscht werde. Gibt es die Chance einer Rekommunalisierung der Energieversorgung und könnte dies zu einer Stabilisierung und Zukunftssicherung der Energieversorgung beitragen, sollte dies überhaupt eine Zukunftsaufgabe der Kommunen sein, fragte Pelgrim und leitete hiermit zur Diskussionsrunde über, die von Hans Peter Hauke gekonnt moderiert wurde.

Anton Knapp Bürgermeister in Hüfingen (eine 8000 Einwohner Gemeinde) unterstrich die Notwendigkeit der Existenz von Stadtwerken, wobei gerade bei kleineren Stadtwerken die äußeren Zwänge ein Überleben außerordentlich schwer machten. Gerade deshalb müsse man bei kleineren Stadtwerken stärker auf  die regenerativen Energieformen setzen und natürlich auch in die erforderlichen Netze investieren.

Das Vorstandsmitglied  der Stadtwerke Karlsruhe, Dr. Thomas Unnerstall, wies darauf hin, dass kommunale Energieversorger besonders bei dem Thema Nachhaltigkeit und Umwelt eine große Verantwortung und gerade hier auch Handlungsmöglichkeiten hätten. Insbesondere das Thema Energieeinsparung und Klimaschutz sei Aufgabe kommunaler Stadtwerke. In Karlsruhe verstehen es die Stadtwerke auch als ihre Aufgabe Bewusstseinsbildung zur Notwendigkeit der Energieeinsparung zu betreiben. Dies beginne bei Aktionen mit Kindern bis zu Informationen vor Einkaufszentren. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk  kann man zum Beispiel für 20 Euro seine Heizungseinstellung optimieren.

Dr. Ulrich Kleine, bei der EnBW zuständiger Bereichsleiter für die kommunalen Beziehungen des Unternehmens, sieht es ebenfalls als vordringliche Aufgabe Energie einzusparen.
Nichts würde es bringen wenn weiterhin eine gegenseitige Schuldzuweisung zwischen der Wirtschaft, der Politik , der Energieversorger usw. betrieben würde. Auch er plädierte für neue Technologien, für die Verbesserung der Wirkungsgarde bei Kraftwerken aber auch bei den Endverbrauchsgeräten. Insbesondere in der Geothermie, der Wasserkraft, der Windkraft und der Photovoltaige gäbe es weiteren Investitionsbedarf. Hohe Wirkungsgrade verspreche er sich von der Brennstoffzellentechnologie. Sowohl die Wirtschaft als auch die Politik müsse das hierfür erforderliche Geld zur Verfügung stellen, wenn diese Technologie in 10-15 Jahren marktreif sein soll.

Erhebliche Investitionen in Biomassenkraftwerke hätten in den zurückliegenden Jahren zum Beispiel die MVV Energie Mannheim getätigt, führte ein Unternehmenssprecher aus.  Allerdings gäbe es nur wenige große Konzerne die auch das Kapital hätten um entsprechende Großkraftwerke zu bauen. Deshalb sei es erforderlich kleinräumigere, dezentrale „Versorgungsinseln“ zu schaffen, damit kommunale Energieversorger mit kleineren Anlagen in den Markt einsteigen könnten.

In der angeregten Diskussion mit den sozialdemokratischen kommunalen Mandatsträger wurde das große Interesse deutlich, zu besseren Kooperationen innerhalb der kommunalen Stadtwerke, aber auch mit den größeren Energieversorgern.

SGK-Landesvorsitzender Hermann-Josef Pelgrim forderte die Gemeinde- und Stadträte auf, die kommunale Energieversorgung in den Gemeinderäten zu thematisieren und sich für dezentrale Energiegewinnung einzusetzen und auch entsprechend innovativ zu sein.  Die Landespolitik bleibt aufgefordert die planungsrechtlichen Voraussetzungen für bessere Nutzung von Windkraft und Wasserkraft zu schaffen.

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