Vorwort:
Na ja, - die Presse...
Ein verbreiterter Glaube von Politikerinnen und Politkern besagt, dass ihre Arbeit, Meinungen und Positionen von „der Presse“ falsch, unvollständig, mindestens aber nicht deutlich und jedenfalls nicht umfangreich genug dargestellt werden.
Tatsächlich hat diese Wahrnehmung einen wahren Kern: „die Presse“ steht nicht über den Dingen, sie ist weder interesselos noch untadelig oder gar neutral – was immer man darunter verstehen mag.
Allein, der Glaube dient mehr der eigenen Rechtfertigung, ist defensiv und muss nicht selten als Legitimation von politischem Teil- oder gar Misserfolg herhalten.
Besser ist es, die Zustände zu ändern, denn dass wir in einer Medienwelt leben, dass Kommunikation und Vermittlung heute fast ebenso wichtig sind wie der Inhalt des Handelns, weiß jeder, der im politischen Geschäft tätig ist.
Was also liegt näher als zu lernen, wie sich Politikerinnen und Politiker im täglichen Geschäft erfolgreich in dieser Medienwelt bewegen können: Mit dem „Recht haben“ also auch den Weg des „Recht Bekommens“ mitzudenken?
Ebenso ist es die ureigene Aufgaben von Parteien, an der Willensbildung der Bevölkerung mitzuwirken, wie dies unser Grundgesetz beschreibt, also, die Bringschuld der Politik gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern einzulösen. Dabei sind die Medien ein unverzichtbarer Partner.
Schließlich ist es in einer Konkurrenzdemokratie geboten, die Menschen zu überzeugen, sie für die eigene Politik zu gewinnen, sie zum Mitmachen zu motivieren, um vor allem die Zustimmung durch Wahlen zu erhalten.
Über diese eher grundsätzlichen Überlegungen hinaus, haben die Veränderungen bei der Wahrnehmung eines politischen Mandates und die Veränderungen der Medienwelt selbst auf der kommunalen Ebene dazu geführt, eine praktische Handreichung zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker herauszugeben.
Die vorliegende Broschüre ist kein Handbuch, sondern eher eine praktische Hilfestellung für Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker. Vom Umgang mit den traditionellen Tageszeitungen und den noch jungen Anzeigenblättern bis zur Nutzung des lokalen Rundfunks gibt der Band Anregungen und Hilfestellungen.
Für eigene Parteizeitungen haben wir uns entschlossen, vier Beispiele von Darstellungen der jeweiligen Herausgeber aufzunehmen. Dabei ging es mehr um die Dokumentation der Projekte mit ihren Chancen und Schwierigkeiten als um die Darstellung eines abstrakten Zeitungsprojektes.
Einen eher kleinen Raum nimmt das Internet ein. Natürlich nicht, weil dieses Medium in seiner Bedeutung unterschätzt würde, im Gegenteil. Vielmehr ist die „Community“ heute so vielseitig und vielfältig, dass eine umfassende Darstellung den Rahmen dieser Broschüre sprengen würde. Wer sich allerdings erstmals mit dem Internet als Mittel der politischen Kommunikation befassen oder seine Internet-Präsenz verbessern will, findet hier wichtige Hinweise.
Die wachsende Bedeutung des Lokalfunks und der Regionalsender werden auf der kommunalpolitischen Ebene noch häufig unterschätzt. Hinzu kommt, dass die Anforderungen des Mediums für viele ehrenamtliche Kommunalpolitiker unbekannt, mindestens aber ungewohnt sind.
Am Ende der Broschüre erfolgt eine kleine Ermutigung, wenn es dennoch nicht klappt. Gute Pressearbeit heißt noch nicht gute Presse. Aber – nicht entmutigen lassen.
Zuletzt werden Hilfestellungen und Tipps aus dem Medienangebot der SPD und der SGK auf verschiedenen Ebenen gegeben. Diese Handreichung richtet sich eben zunächst an die Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker der SPD – und das ist gut so.
Für die tatkräftige Unterstützung bei der Erstellung der Broschüre danke ich Michael Tobias sehr herzlich, der gleich mehrere Beiträge mit großem Einsatz verfasst und überarbeitet hat. Ebenso bedanke ich mich bei Ralf Kapschak und Dr. Andreas Paust für ihre Artikel.
Die Verfasser der Praxisbeispiele aus Dormagen (Detlef Zenk), dem Kreis Coesfeld (Dietmar Bergmann), der Stadt Willich (Fritz-Jochim Kock) und dem Kreis Unna (Rudi Bernhardt) zeigen mit ihren Beiträgen, dass es trotz vieler Mühen lohnenswert ist, eine eigene Publikation herauszugeben. Auch dafür herzlichen Dank.
Düsseldorf, im Mai 2007
Bernhard Daldrup
Landesgeschäftsführer der SGK NRW
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